Fachmarktagglomeration

Siedeln sich mehrere großflächige Fachmärkte in einer räumlichen Konzentration und zeitlich betrachtet nacheinander an, entsteht eine Fachmarktagglomeration. Die Verkehrsorientierung einer solchen Fachmarktagglomeration tritt im Gegensatz zum Stand-Alone-Fachmarkt noch mehr in den Vordergrund. So befinden sich Fachmarktagglomerationen an Hauptein- bzw. Hauptausfallstraßen in Stadtteil- oder Gewerbegebietslagen und an der Peripherie von Städten. In dieser historisch gewachsenen Ansiedlung sind Magnetbetriebe wie SB-Warenhäuser, Unterhaltungselektronik- bzw. Baumärkte sowie Möbelhäuser zu finden, die durch weitere preisorientierte Fachmärkte z. B. mit Tierbedarf-, Drogerie-, Bekleidungs-, Schuh- oder Sportsortiment ergänzt werden.

Für die Kunden ist eine Fachmarktagglomeration attraktiv, da ihnen hier der Versorgungseinkauf durch die räumliche Nähe verschiedener Fachmärkte erleichtert wird. Durch den Agglomerationseffekt entstehen für die Einzelhändler Kopplungswirkungen bzw. Synergien, die zu einer großen, häufig sogar regionalen Ausstrahlung führen können. Fachmarktagglomerationen erreichen in Deutschland bisweilen Dimensionen, die mehrere 100.000 m² umfassen können. Da ein baulicher Zusammenhang fehlt, muss der Verbraucher häufig seinen Pkw von Fachmarkt zu Fachmarkt bewegen. Darüber hinaus gibt es meist keinen Interessenverbund, der beispielsweise für einheitliche Öffnungszeiten oder ein einheitliches Marketing der Fachmärkte in der Agglomeration sorgt. Folglich tritt die Fachmarktagglomeration nicht als einheitlicher, homogener Marktteilnehmer auf. Durch ein fehlendes übergreifendes Management kann in einer Fachmarktagglomeration entsprechend auch der Mieterbesatz nicht ausgesteuert werden.