Unterscheidungsmerkmale zu anderen Einkaufscentertypen

Im Unterschied zu einem Stand-Alone wie einem SB-Warenhaus mit service- und versorgungsorientierten Kleinanbietern in der sogenannten Vorkassenzone gibt es in Fachmarktzentren neben den versorgungsbezogenen Anbietern immer eine gewisse Anzahl großflächiger Einzelhandelsmieter des aperiodischen Bedarfs. Das auf den Versorgungseinkauf ausgelegte Sortiment (SB-Warenhaus, Discounter, Drogerie etc.) wird durch Baumarkt, Unterhaltungselektronik oder Möbel ergänzt. Somit ruht die Angebotskompetenz eines Fachmarktzentrums immer auf zwei Säulen, nämlich auf periodischem und aperiodischem Bedarf. 

Im Gegensatz zum Shopping Center mit einer Vielzahl ausdifferenzierter, meist spezialisierter und tendenziell kleinflächigerer Läden weist ein Fachmarktzentrum deutlich weniger Läden auf, die aber meist ein tieferes Sortiment führen und damit ebenfalls große Gesamtverkaufsflächen erzielen können. Anders als beim Shopping Center stehen nicht die durch die Vielzahl an Einzelanbietern gewährleistete Breite und Tiefe des Sortiments sowie die Aufenthalts- und Erlebnisqualität im Vordergrund, sondern die Anziehungskraft weniger großer, spezialisierter und preisorientierter Fachanbieter und Shops. Entsprechend gibt es deutlich geringere Ansprüche an die Gestaltung und Aufenthaltsqualität. Bei Neuplanungen wird allerdings zunehmend Wert auf eine anspruchsvollere Ausstattung gelegt.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal von Fachmarktzentren ist in der Orientierung auf eine gute Verkehrsanbindung, ausreichend Parkplätze sowie in der Preisorientierung des Angebots zu sehen. Insbesondere die Preisorientierung, die bevorzugt in Ländern wie Deutschland und Großbritannien traditionell eine große Rolle spielt, war außerdem eine Voraussetzung für die Entstehung von Fachmarktzentren. 

Zunehmend steht weniger der Neubau, sondern die Revitalisierung älterer Center im Vordergrund. Häufig geht damit eine Aufwertung der Fachmarktzentren einher. Sowohl im Neubau als auch bei der Revitalisierung von Centern ist festzustellen, dass dabei Elemente des Shopping Centers Eingang finden. Hierzu zählen die Erweiterung des Angebots um Läden aus den Bereichen Mode und arrondierenden Sortimenten, die bisher eher in Innenstädten und in Shopping Centern anzutreffen waren. Zudem kommt ein höherer Gastronomieanteil hinzu. Für diesen neuen Betriebstypus hat sich der Begriff Fachmarktorientiertes Shopping Center bzw. Hybride Mall durchgesetzt.