Kosten, Wettbewerb und Flächenverfügbarkeit

Weitere wichtige Faktoren, die neue Mietergruppen anziehen, sind die Kostenstrukturen, welche in Verbindung mit geringeren, mieterseitigen Investitionen Vorteile zu 1-A- bzw. City-Lagen bieten. Ein Grund für vergleichsweise niedrige Nebenkosten ist beispielsweise das Fehlen bestimmter nebenkostenintensiver Einrichtungen (i. d. R. keine Rolltreppen und kein bewirtschaftetes Parkhaus) in Fachmarktzentren. Ferner sind die Mietpreise niedriger als in Shopping Centern und Innenstädten, da die Architektur eher funktional gehalten ist und v. a. die Grundstückspreise wesentlich niedriger sind. 

Hinzu kommt eine überschaubarere Wettbewerbssituation am Mikrostandort. Denn meist ist der Mieter- und Branchenmix so austariert, dass sich die Angebote ergänzen. Das sorgt für weniger Wettbewerbsdruck und bringt Agglomerationseffekte zum Tragen. Noch ein wichtiger Vorteil für die Mieter sind vergleichsweise hohe Kundenfrequenzen und besonders ein sehr hoher Anteil an Zielkäufern. Da die Kunden der Fachmarktzentren eher preisorientiert sind, eignet sich das Format zur Expansion jedoch nur für Anbieter bis zum mittleren Preissegment.

Neben all diesen Facetten wissen die Mieter aber auch die strukturellen Vorteile eines Fachmarktzentrums zu schätzen, wie z. B. 

  • die einfache Zu- und Abfahrt in Verbindung mit 
  • ausreichenden, kostenlosen Parkmöglichkeiten, 
  • kurze Wege, 
  • klare, einfache Gebäudestruktur. 

Ein weiterer Aspekt ist die Flächenverfügbarkeit. Während gute Lagen in Innenstädten und auch in Shopping Centern selten und teuer sind, werden durch Flächenreduktion bei Großflächenbetreibern und Aktivierung von Baurechtsreserven aktuell Flächen verfügbar. In Summe ergibt sich somit eine neue, optimierte Ausgangslage, die Fachmarktzentren für viele Filialisten zu interessanten Expansionsobjekten macht.