Preisbewusstsein der deutschen Konsumenten ungebrochen

Nicht nur die Finanzkrise und die mit der Schulden- und Vertrauenskrise des Euroraumes einhergehende Rezession hat das Verhalten der Konsumenten in Europa nachhaltig beeinflusst. „Mehr Wert für weniger Geld“ lautet die Forderung. Typisch für Industriestaaten ist, dass der Anteil der Einzelhandelsausgaben am Gesamtkonsum langsam, aber stetig zurückgeht. Der Einzelhandel gibt sich weiterhin krisensicher, auch wenn der Anteil des Einzelhandels am privaten Konsum weiterhin rückläufig ist. Für 2013 wird ein Anteil der Einzelhandelsausgaben von 26,3 % prognostiziert. Im Vergleich lag der Anteil 2004 noch bei 29,9 % und ist somit innerhalb von zehn Jahren um 3,6 Prozentpunkte gesunken. Gemessen am Gesamtkonsum weist Deutschland in Europa dabei die geringste relative Einzelhandelsnachfrage pro Kopf aus.

Im europäischen Kontext sind die deutschen Konsumenten traditionell für ihre Sparsamkeit, ihr Preisbewusstsein und ihre vergleichsweise geringe Modeorientierung bekannt – und zwar unabhängig von der Höhe ihres verfügbaren Einkommens. Denn hierzulande wird das verfügbare Einkommen eher als im Ausland gespart. Folglich stehen preisorientierte Betreiberformen bei allen Konsumenten, unabhängig von ihrem Einkommen, hoch im Kurs.

Es ist zu erwarten, dass die Preissensibilität der deutschen Konsumenten anhält. Sie sollte weiterhin den discountierenden Einzelhandel und damit die preisorientierten Fachmärkte/Fachmarktzentren tragen und ggf. auch die Entstehung neuer Discountkonzepte befördern.