Die Zielgruppe der älteren Berufstätigen

Die zur Generation der Babyboomer gehörige, wachsende Trendgruppe der Silver Professionals verfügt gegenüber der Vergleichsgruppe der „Jungen Rentner“ über weniger Zeit, gleichwohl über ein höheres Einkommen. Stark eingespannt im Beruf, versuchen die Silver Professionals gerade im Privatleben einen Ausgleich zu Stress und Hektik zu finden. Zur Kompensation beruflicher Anforderungen sind Silver Professionals auch in ihrer Freizeit eher außer Haus anzutreffen als die Jungen Rentner. In der knapp bemessenen Freizeit wird Raum für Entspannung und Sport gesucht.

Obwohl viel Zeit außer Haus verbracht wird, geben die Silver Professionals im Vergleich zu allen übrigen Haushalten und Jungen Rentnern im Schnitt mehr für FMCG-Artikel aus und sind eine wertvolle Zielgruppe für alle Warenkörbe.

Die gute finanzielle Situation der Silver Professionals zeigt sich auch in der Wohnstandortwahl: Silver Professionals wohnen sehr viel häufiger im eigenen Haus als Junge Rentner oder der Durchschnitt aller Haushalte.

Wie fast schon zu erwarten, sind aufgrund der Zeitknappheit und der Verfügbarkeit von Geld hochwertige (Convenience-)Produkte für Silver Professionals hochinteressant. Im gesamten FMCG-Bereich bestehen gute Absatzchancen für hochwertige Produkte, wobei die Silver Professionals zwar seltener als die Jungen Rentner einkaufen gehen, dafür aber mehr Geld ausgeben, vor allem am Freitag und Samstag. Dabei zeigt sich gegenüber den Jungen Rentnern eine stärkere Fokussierung auf Markenprodukte und wertigere Einzelhandelsformate.
Silver Professionals sind zudem offener für Trends und neue Produkte als die gleichaltrigen Jungen Rentner. Daher kaufen sie auch mehr neue Produkte als die Jungen Rentner und auch etwas mehr als alle anderen Haushalte. Sie stellen auch höhere Anforderungen an ihr Aussehen, wovon der Sektor (hochwertiger) Körperflege profitiert.

Fazit
Insgesamt bietet diese Zielgruppe Chancen für hochwertige Convenience-Angebote (Produkte und Services) sowie Premiumprodukte. Preiseinstiegshandelsmarken und Discounter dürften nicht im Fokus stehen.
Da die Silver Professionals von ihren Ansprüchen in etwa zwischen den Angehörigen der Late-Motherhood-Gruppe (Gemeinsamkeit: Wohnort eher am Stadtrand) und den Solo Going Professionals (Gemeinsamkeit: Berufstätigkeit) zu verorten ist, können Innenstadt-Handelsangebote wie auch Fachmarktzentren die Silver Professionals gleichermaßen ansprechen.