1. Verantwortung übernehmen

Bei ESG geht es um die Zukunft der Handelsimmobilienbranche – um nicht mehr und nicht weniger. Shift happens, und dieser Shift betrifft das eigene Geschäft, die Gesellschaft und die Umwelt. Fachmarktzentren sehen sich diversen Anforderungen gegenüber, um in dieser Assetklasse gestaltend im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung einzugreifen. Die Richtung der Entwicklung gibt der Green Deal der EU vor, der auch der Handelsimmobilienbranche große Anstrengungen abverlangt, um im Schulterschluss mit anderen Wirtschaftsbereichen bis 2050 eine treibhausgasneutrale EU zu gewährleisten. Die Branche erkennt mehr und mehr, dass sie eine tragende Rolle als Mitgestalterin einer nachhaltigen Zukunft hat und diese gestaltend umzusetzen hat.

Auf diese Verantwortung weisen sie zunehmend unmissverständlich auch die anderen Akteure des Marktes und der Gesellschaft hin. Nicht erst seit den weltweiten Klimademonstrationen sind Nachhaltigkeitsaspekte bei Entscheidungen im Immobilienmanagement vieler Unternehmen stetig weiter in den Vordergrund gerückt. Als Haupttreiber der nachhaltigen Entwicklung von Fachmarktzentren gelten die EU und die Bundesregierung. Sie nutzen als Vehikel zur Transformation der gesamten Wirtschaft den Finanzsektor, der sich Sustainable Finance auf die Fahnen geschrieben hat.

Die Eigentümer von Handelsimmobilien setzen in diesem Zusammenhang seit Neuestem und mit ersten Maßnahmen auf das Konzept des Impact Investing. Neben dem Streben nach wettbewerbsfähigen Renditen hat dieser Investmentansatz auch den positiven Einfluss auf ökologische und soziale Lösungen im Blick. Für Fachmarktzentren entstehen daraus ganz neue Chancen zur Mitgestaltung der Gesellschaft – geht es doch letztlich darum, nicht nur das Einkaufen ökologischer zu machen, sondern darüber hinaus gemeinsam einen Mehrwert für den Planeten und natürlich für die Investoren zu schaffen.

Gerade in Coronazeiten stehen die Chancen gut, die Transformation zum nachhaltigen Agieren ans Laufen zu bringen. Denn Governance, also die gute Unternehmensführung, muss künftig noch stärker als zuvor eine Balance zwischen den Bedürfnissen aller Stakeholder erreichen und zugleich die langfristige und nachhaltige Wertschöpfung sichern. Zudem hat uns die Krise gelehrt: Wenn der Druck steigt, verengen sich Handlungsoptionen nicht nur, es eröffnen sich zugleich neue Spiel- und Gestaltungsräume. Diese im Sinne der Nachhaltigkeit zu nutzen, ist die große Herausforderung dieser Tage. Wer in der Handelsimmobilienbranche die Haupttreiber der Entwicklung also erkannt hat – Politik, Öffentlichkeit, Investoren (und Corona) – ist definitiv auf dem richtigen Weg, seinen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten. Nur im Verbund aller am erfolgreichen Management beteiligten Akteure kann diese große Aufgabe erfolgreich umgesetzt werden. Die Managementnetzwerke müssen sich synchronisieren, damit über die Wertschöpfungskette hinweg dieselben nachhaltigen Ziele erreicht werden.