3. In Netzwerken handeln

Die These, dass Netzwerkorganisationen die Zukunft gehört, war bereits im FMZ-Report von 2015 zu lesen. Partnerschaftliches und ineinandergreifendes Handeln aller Akteure, die am Bau, Management und der Nutzung von Handelsimmobilien beteiligt sind, hilft beim Erreichen der gemeinsamen Ziele. So lassen sich die Transparenzpflichten für Investoren nur im engen Zusammenspiel mit Dienstleistern wie Centerbetreibern und Facility-Management-Partnern erfüllen.

Dies gilt in besonderem Maße auch für die Nachhaltigkeitsziele. Fachmarktzentren befinden sich hier in einem Geflecht aus Investoren, Mietern, Dienstleistern und Verbrauchern, die alle ihren Teil dazu beitragen müssen, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Die Vernetzung in Vertragsketten stellt dabei die Einhaltung der ESG-Regeln sicher. Die Nachhaltigkeitsindikatoren müssen von den Investoren vorgegeben und von allen Partnern umgesetzt werden. Dies gilt zum Beispiel für ineinandergreifende Mietverträge, FM-Verträge oder Property-Management-Verträge. Für Asset Manager und ihre Geschäftspartner nehmen damit die Anforderungen an die Governance und an Strukturen und Prozesse zu, denn für sämtliche Fondsprodukte wird künftig Nachhaltigkeit nicht nur nachzuweisen sein. Anleger werden für neue Fonds und andere Finanzprodukte erfragen müssen, welche Nachhaltigkeitsziele sie verfolgen möchten.

Zunehmend wichtiger wird in diesem Zusammenhang die Orchestrierung aller Stakeholder und ihrer teils divergierenden Interessen. Funktioniert eine einzige Stellschraube in diesem Getriebe nicht, gefährdet sie womöglich den Gesamterfolg. Daher gilt es, gemeinsame Ziele im Sinne aller Stakeholder zu definieren und diese dann mit gemeinschaftlicher Kraft anzustreben. Ehrgeizige Bestrebungen sind sicher gut, aber sie dürfen auch nie übers Ziel hinausschießen. Wenn etwa von Centerkunden bekannt ist, dass bei vielen von ihnen Bekenntnis und Verhalten zu nachhaltigem Konsum auseinanderklaffen, müssen die gemeinschaftlichen Ziele dieser Tatsache Rechnung tragen.

Das gesamte Centermanagement-Netzwerk ist hier zu einem kreativen und agilen Anpassen seiner Vorgaben aufgerufen. Letztlich liegt es im Interesse aller Beteiligten, ein ausbalanciertes Wirtschaften zu gewährleisten. Nur von diesem werden alle Seiten langfristig profitieren. Wie das gehen kann, machen viele Shoppingcenter den Fachmarktzentren vor. Hier kann sich der ein oder andere Seitenblick auf andere Assetklassen durchaus lohnen.