5. Das Heft in die Hand nehmen

Fachmarktzentren stehen in Sachen Umweltverträglichkeit unter Druck. 80 Prozent aller institutionellen Anleger hierzulande lassen bereits Nachhaltigkeitskriterien in ihre Entscheidungen einfließen – Tendenz weiter steigend. Dies gilt grundsätzlich auch für Einzelhandelsimmobilien, auch wenn bei ihnen das Ergebnis der Prüfung beim Ankauf oft nicht sehr relevant ist.
 
Dies wird sich in absehbarer Zeit ändern. Denn die Berücksichtigung von ESG-Kriterien in Investmententscheidungen wird zunehmend zum Wettbewerbsvorteil im Ringen um Investorengelder. Center, die nicht auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind beziehungsweise nicht zu wirtschaftlich tragbaren Kosten ausgerichtet werden können, werden unter Umständen für die Anleger zu einem vermeidbaren Langfristrisiko. Die Folgen könnten sie hart treffen. Fachmarktzentren haben unter anderem in der Coronakrise durch
ihren hohen Nahversorgungsanteil bewiesen, dass sie wirtschaftlich robuster sind als andere Assetklassen.

Höchste Zeit also, in Richtung Nachhaltigkeit zu starten. Auch wenn der erste Schritt schwerfällt, anfangs vielleicht die Orientierung fehlt oder der Aufwand zu hoch erscheinen mag: Der Einsatz wird sich auszahlen – und zwar gleich in doppelter Hinsicht. Erstens gewinnen die Entscheider Transparenz über die langfristigen Folgen ihres Wirtschaftens im Hinblick auf Klima, Ressourcenverbrauch und soziale Standards. Zweitens liefert die Nachhaltigkeitsberichterstattung ihnen wichtige Kennzahlen zur Zukunftsfähigkeit ihres Fachmarktzentrums.

Insofern ist der Zwang zur Nachhaltigkeit zugleich eine Riesenchance. Denn je eher Fachmarktzentren diesen Schritt gehen, desto eher sichern sie die Zukunftsfähigkeit ihres eigenen Geschäftsmodells.