Eine neue Ära der Immobilie

Vor diesem Hintergrund führt um Immobilien als Anlageklasse nach wie vor kaum ein Weg vorbei. Viele institutionelle Investoren haben ihre Immobilienquote erhöht und wollen das auch künftig tun. Das führt zu einem massiven Kapitalfluss in die Immobilienmärkte. Der Anlagedruck ist hoch und dies spiegelt sich auch auf dem deutschen Immobilienmarkt wider. Mit einer Investition in deutsche Immobilien beteiligen sich die Investoren schließlich am Produktivkapital einer der stärksten Volkswirtschaften der Welt, die zudem noch ein sehr stabiles politisches Umfeld und einen verlässlichen Rechtsrahmen bietet. Ein Blick nach Großbritannien, in die USA und in andere Regionen der Welt verdeutlicht den hohen Wert einer solchen Konstellation; da konnte selbst die längste Regierungsbildung der Geschichte Deutschlands die Investoren nicht abschrecken.

Das Resultat ist auch und insbesondere hierzulande ein schier endlos scheinender Immobilienboom. In den letzten drei Jahren wurden jeweils mehr als 50 Mrd. Euro in deutsche Gewerbeimmobilien investiert – das hat es zuvor noch nicht gegeben. Auch für das laufende Jahr ist mit einem Volumen von mehr als 50 Mrd. Euro zu rechnen und ein Rückgang der Dynamik ist bislang nicht erkennbar.

Diese immense Nachfrage schlug sich in einer deutlichen Renditekompression über alle Nutzungsarten hinweg nieder. So ist die Spitzenrendite von Büroimmobilien im Durchschnitt der TOP-7-Städte seit dem Jahr 2009 um 200 Basispunkte zurückgegangen, Logistikimmobilien können sogar einen Rückgang von 240 Basispunkten vorweisen. Auch bei den Spitzenrenditen für Einzelhandelsimmobilien ist ein deutlich rückläufiger Trend erkennbar. Allerdings ist die Abwärtsbewegung hier nicht ganz so stark ausgefallen und betrug beispielsweise bei Geschäftshäusern „nur“ 150 Basispunkte.