Architektur

Fachmarktzentren sind in erster Linie Funktionsbauten und bisher hat diese Anmutung den Verbrauchern auch gereicht. Die gerne als „Flachmänner“ bezeichneten Bauten sind meist ebenerdig und in Hallenbauweise errichtet worden. Aufgrund dieser Bauweise sind sie eher schmucklos, und auch im Innenausbau wurde bislang nicht viel Wert auf Architektur, Gestaltung, Materialien, Farben und Aufenthaltsqualität gelegt. Da die Standorte in den 1990ern als Versorgungsstandorte angelegt wurden und damals auch von den Verbrauchern wenig Aufwand erwartet wurde, sind viele Fachmarktzentren heute aus Verbrauchersicht nicht mehr ausreichend gut gestaltet.

Aber auch aus Betreibersicht muss architektonisch einiges geändert werden, wenn sich die Möglichkeit bietet. In den meisten Bestandsstandorten sind z. B. Neuzuschnitte mit eher großem Aufwand verbunden, weil man beim Erbauen der Standorte nicht davon ausging, dass Großflächenbetreiber auch mal weniger Fläche beanspruchen könnten. Modulare Zuschnitte von Flächen und entsprechende Schnittstellen für die Gebäudetechnik sind daher meist nicht vorhanden und müssen aufwendig ergänzt werden. Das geht i. d. R. nur im Rahmen großer Sanierungen oder Revitalisierungen.

Da viele Fachmarktzentren in absehbarer Zeit revitalisiert werden müssen, sollte diese Chance unbedingt genutzt werden, um die Außen- und Innengestaltung sowie die Funktionalitäten zu modernisieren. Die Verwendung ästhetisch ansprechender und wertig wirkender Materialien ist ein wichtiger Aspekt. Ebenso sind Farbkonzepte zu entwickeln, die einen einheitlichen Auftritt des Gebäudes unterstreichen. Im Inneren sind Themen wie Deckenhöhen, Bodenbeläge und Beleuchtung nur einige von vielen, die auf einen modernen Stand gebracht werden müssen.

Flexibilisierung

Neben diesen aus Verbrauchersicht wichtigen Themen ist bei der Architektur zu berücksichtigen, dass Flächenzuschnitte flexibler werden. Dies gilt mindestens für Flächen, die neben großen Fachmärkten liegen. Denn wenn Fachmarktbetreiber ihre Flächen verkleinern, sollten die benachbarten Flächen so angelegt sein, dass man sie z. B. mit frei gewordenen Fachmarktflächen ohne großen Aufwand zusammenlegen kann. Solche Anpassungen können allerdings meist nur im Rahmen einer umfassenden Revitalisierung erfolgen. Weitere Details hier.

Umfangreiche Revitalisierungsmaßnahmen von Handelsimmobilien erreichen inzwischen oft dieselbe Komplexität wie entsprechende Neubauvorhaben. Die Gründe dafür liegen in der Vielzahl von Einflussfaktoren und im restriktiven deutschen Planungsrecht. Gleichzeitig schlummern hier auch die größten Wertsteigerungspotenziale. An einzelnen Fachmarktstandorten ist die wirtschaftliche Situation mitunter durch die negative Wechselwirkung aus veränderten Kundenwünschen, veralteten Ladenkonzepten, zunehmendem Wettbewerb, Leerständen und substanziellen Baumängeln dramatisch.