Neue Herausforderungen für die Stadtplanung

Umfänglich dokumentierte Untersuchungen von Dr. Lademann & Partner zeigen, dass substitutive und komplementäre innenstadttypische Sortimente geringere Umverteilungseffekte bewirken als unverbundene Sortimente. Diese Befunde sind vor dem Hintergrund der Agglomerationstheorie völlig plausibel, gehören aber in den seltensten Fällen zum Wissen der Planer, weil auch viele Gutachter bewährten ökonomischen Theorien zu wenig Beachtung schenken. Einer zutreffenden Bewertung absatzwirtschaftlicher Effekte durch weitere Agglomerierung des innerstädtischen Einzelhandels kommt daher auch planerisch angesichts des vom Onlineeinzelhandel ausgehenden Wettbewerbsdrucks eine hohe Bedeutung zu. Daher sind die Wirkungen dysfunktionaler Sortimentsbeschränkungen und -festsetzungen zu vermeiden.
 
Es geht nicht nur darum, Stadtplanung und Wirtschaftsförderung zu verzahnen, sondern sicherzustellen, dass Stadtplaner kontraproduktive Festsetzungen auf der Basis von intuitiv plausibel klingenden, aber letztlich unbegründeten Ad-hoc-Vermutungen zu raumökonomischen Wettbewerbseffekten bzw. unzureichender absatzwirtschaftlicher Analyse vermeiden. Die Gutachterseite steht daher vor der Herausforderung, ihr Wissen zu den Wirkungen verschiedener Planungsinstrumente einerseits und den raumökonomischen Zusammenhängen andererseits zu vertiefen und robuster abzusichern.