Strukturwandel in Hückelhoven - Vom Zechen- zum Handelsstandort

Blick vom Hückelhoven Center auf Eingangstor, Gastronomie und Ankermieter

Hückelhoven musste sich neu erfinden und hat den Strukturwandel als Chance erkannt und aufgegriffen. Stadtrat und Verwaltung haben damals drei Handlungsschwerpunkte für die Zukunft definiert: die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen, den Neu-, Aus- und Umbau von Bildungseinrichtungen sowie die Entwicklung der Innenstadt zur Einkaufsstadt.

Durch erfolgreiche Ansiedlung neuer Unternehmen konnten in den letzten 20 Jahren neue Arbeitsplätze geschaffen werden. So weist die Statistik der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse heute mit ca. 9.500 mehr Beschäftige für Hückelhoven auf als zur Blütezeit der Zeche. Tiefpunkt bei der Beschäftigtenzahl war das Jahr 1997 mit 5.800 Beschäftigten. Die Arbeitslosenquote ist von rund 14 % auf heute 6 % gesunken. Ein weiterer Handlungsschwerpunkt betraf die Entwicklung der Hückelhovener Innenstadt und Einkaufsstadt mit neuer Infrastruktur, Attraktivitätssteigerung und der Ausbildung eines Alleinstellungsmerkmals. Das Ergebnis vorneweg: Hatte Hückelhoven im Jahr 1999 noch eine Einzelhandelszentralität von 81,1, lag sie 2016 bei beim Rekordwert von 124,7. Die Innenstadt von Hückelhoven brummt und das nicht nur zum Cityfest.

Werbebild für kostenloses Parken

Wie war der Weg dorthin?
Im Jahr 2001 wurde als erstes eine Erschließungsstraße über das ehemalige Zechengelände gelegt, sodass rund 80.000 m² neue Entwicklungsfläche für großflächigen Einzelhandel zur Verfügung gestellt werden konnte.

Mit der Eröffnung des Hückelhoven Center im Jahr 2004, mit Media Markt und Kaufland als Ankermietern, wurde sozusagen der Grundstein für die nachfolgende Entwicklung gelegt. Das Besondere dieses neuen Fachmarktzentrums ist die Nähe zur Innenstadt und zur Parkhofstraße, der Haupteinkaufstraße, mit überwiegend von Eigentümern geführten Geschäften.

Seinerzeit suchte die Stadt für Hückelhoven auch nach einem Alleinstellungsmerkmal, das die Stadt in der Region von anderen unterscheidet. So haben Rat und Verwaltung entschieden, mit der Werbung für kostenlose Parkplätze den Strukturwandel zu begleiten. Begonnen hat man mit 2.200 innerstädtischen kostenlosen Parkplätzen.

Auch wurden vorhandene Feste und Events neu kreiert, die an den verkaufsoffenen Sonntagen Menschenmassen in die Stadt locken. Weitere Marketingaktionen wie eine neue Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt rundeten das Bild ab.

2009 ging der infrastrukturelle Ausbau der Innenstadt mit dem Umbau der Haupteinkaufsstraße für 4 Millionen Euro mit hoher Aufenthaltsqualität und 300 neuen kostenfreien Parkplätzen weiter. Zudem wurde eine innerstädtische Parkanlage errichtet.

Wie geht es weiter?
Als erstes Projekt wird zurzeit eine 32.000 m² große Fläche mit der Firma Röther als Investor überplant: Der Modepark Röther möchte die Fläche am Standort Hückelhoven auf ca. 7.000 m² erweitern und Hückelhoven möchte die Zahl der kostenfreien Parkplätze durch den Bau eines Parkhauses auf 5.000 erhöhen. Hierfür würde die Stadt die Sportplätze, die zwar erst 15 Jahre alt sind, zur Verfügung stellen. Aber die örtliche Gegebenheit schreit förmlich danach, diese Fläche zu entwickeln.

Als zweites Zukunftsprojekt läuft der Neubau der Landstraße L 117 n unter Kostenbeteiligung der Stadt und des Kreises, bei der die direkte, kreuzungsfreie Anbindung der Innenstadt an die Bundesautobahn A 46 erfolgt (Fertigstellung 2021/2022).

Das derzeit dritte Projekt, das in Hückelhoven in Angriff genommen wird, soll der Attraktivität der Innenstadt einen weiteren Schub geben. Hier soll auf ca. 8.000 m² ein attraktives gastronomisches Angebot entstehen. Die Hälfte der Fläche gehört schon der Stadt, über die andere Hälfte verhandelt sie mit dem Eigentümer.