Vielfalt mit Flar - Wie sich die Einkaufsstadt Saarbrücken für die Zukunft wappnet

Am St. Johanner Markt mit seinen schmucken Nebengässchen bereitet das Shoppen besonders viel Freude

Der stationäre Einzelhandel ist, trotz steigender Umsätze im Online- und Versandhandel, weiterhin das bedeutendste Angebotsformat. Dies ist weniger auf eine Beharrlichkeit, sondern auf die Innovationskraft des stationären Handels zurückzuführen. In modernen Shops werden die Kunden durch Multichannel-Konzepte in vielfacher Weise angesprochen. Dies umfasst zum einen die Kombination vom stationären Einzelhandel mit fachkundiger Beratung und einem vollwertigen Onlineangebot sowie zum anderen die Kombination von vielfältigen Angeboten aus den Bereichen Gastronomie, Dienstleistung und Einzelhandel.

Letztendlich ist es jedoch der besondere und individuelle Flair einer Innenstadt, der zum Besuch auch ohne direkte Kaufabsichten einlädt. So verbringen viele Besucher gerne ihre Freizeit in der Saarbrücker Innenstadt mit Bummeln oder Flanieren. Dies unterscheidet eine attraktive Innenstadt von peripheren Einkaufsorten und den Nicht-Orten der Webshops.

Die Attraktivität einer Innenstadt weiter zu stärken ist jedoch eine Gemeinschaftsaufgabe aller Akteure – das kommunale Handlungsfeld ist hierbei vorrangig auf das Setzen der notwendigen Rahmenbedingungen beschränkt:

Investitionen im öffentlichen Raum
Derzeit wird die Fußgängerzone und 1-A-Lage der Saarbrücker Bahnhofstraße modernisiert; weitere Maßnahmen werden in dem Entwicklungskonzept ISEK „Zentrale Innenstadt“ vorbereitet, um auch die Nebenlagen aufzuwerten; in der Vergangenheit wurden bereits der Rabbiner-Rülf-Platz und die Berliner Promenade sowie das Saarufer umfangreich umgestaltet und aufgewertet.

Einzelhandelssteuerung
Mit dem Einzelhandels- und Zentrenkonzept bekennt sich die Landeshauptstadt zur besonderen Funktion ihrer Zentren und schützt diese vor Fehlentwicklungen und negativen Auswirkungen; für alle Lagen sind die Entwicklungsziele somit gleichsam transparent, sodass hieraus eine Investitionssicherheit für die bestehenden Objekte und Standorte sowie für die zukünftigen Neuentwicklungen entsteht; die Ziele des Einzelhandelskonzeptes werden mit den Mitteln der Bauleitplanung in Planungsrecht umgesetzt und damit gesichert.

Verkehrsentwicklung und Baustellenmanagement
Die Erreichbarkeit und damit die Verkehrssituation sollen durch Maßnahmen des Verkehrsentwicklungsplans verbessert werden; notwendige Baustellen werden umfangreich koordiniert und gemanagt; für den aktuellen Umbau der Bahnhofstraße konnten durch das Baustellenmanagement die Auswirkungen auf den laufenden Betrieb deutlich reduziert werden.

Stadtmarketing
Über die städtische Tochtergesellschaft City-Marketing Saarbrücken GmbH werden die Innenstadt gefördert, der Online-Einkaufsführer, Events und verkaufsoffene Sonn- und Feiertage sowie viele weitere Aktionen koordiniert; die Gesellschaft ist zudem der zentrale Ansprechpartner für die Bereiche Handel, Gewerbe und Gastronomie.

Sauberkeit und Sicherheit
Die Landeshauptstadt (LHS) verfolgt mit einer gesamtstädtischen Aktion „Sauberhaftes Saarbrücken“ eine bessere Sauberkeit und die Sensibilisierung und Aktivierung der Immobilieneigentümer und Betreiber; die LHS strebt eine Sicherheitspartnerschaft zwischen Stadt und Land an, um eine höhere Sicherheit innerhalb des Stadtgebietes und insbesondere in der Innenstadt zu erreichen.

Aktivierung der Immobilieneigentümer
Über Modernisierungsvereinbarungen hat die Stadt in der Vergangenheit Investitionsanreize geschaffen, diese positive Entwicklung soll auch in dem Stadtumbaugebiet „Zentrale Innenstadt“ durch Investitionsanreize fortgeführt werden.

Gestaltungsleitlinien
Für die Innenstadt wurden Gestaltungsleitlinien aufgestellt, durch die das Erscheinungsbild des öffentlichen Raumes deutlich verbessert werden konnte; Regelungsinhalte sind Außenverkaufsflächen, Außengastronomie und Werbeanlagen.

 

 

Das Fachmarktzentrum Saarbasar Saarbrücken mit 1.500 kostenlosen Parkplätzen, rund 50 Geschäften sowie internationaler und regionaler Gastronomie

Saarbrücker Einzelhandelskonzept gibt Investoren Sicherheit
Eine ausgewogene Einzelhandelsentwicklung ist nur über eine gesamtstädtische Steuerung des Einzelhandels möglich. Die Ziele der Einzelhandelsentwicklung wurden bereits im städtebaulichen Entwicklungskonzept aufgezeigt. Mit dem Einzelhandels- und Zentrenkonzept, das seit 2015 vorliegt, wurden diese Ziele konzeptionell ausgearbeitet und mit einem entsprechenden Begründungshintergrund versehen. Durch das Einzelhandelskonzept sind nun die Entwicklungsziele für alle Lagen und Standorte definiert und somit gleichsam transparent, sodass hieraus eine Investitionssicherheit für die bestehenden Objekte und Standorte sowie für die zukünftigen Neuentwicklungen entsteht.

So werden die Entwicklungsziele für die Zentren der Stadt definiert, aber auch Entwicklungsmöglichkeiten für die Sonderstandorte aufgezeigt. Hier erfolgt ein Interessensausgleich, um eine Entwicklungsperspektive für alle Standorte aufzuzeigen sowie eine verträgliche Entwicklung zu ermöglichen und einen ruinösen Wettbewerb zu vermeiden.

Da neben den Innenstadtlagen vor allem die peripheren Einzelhandelsstandorte und Sonderstandorte unter dem wachsenden Konkurrenzdruck des Onlinehandels leiden, ist es wichtig, auch für diese Lagen und Standorte Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen, wenn sie nicht gänzlich aufgegeben werden sollen. Da diese Standorte häufig keine Bummel-Atmosphäre aufweisen und daher fast ausschließlich für einen Zielkauf frequentiert werden, stehen diese Standorte im direkten Konkurrenzkampf mit dem Onlinehandel.


Fazit und Ausblick
Um für Standortentwicklungen und Neuansiedlungen in dieser Hinsicht passende Rahmenbedingungen zu bieten, besteht, gemessen an den Zielsetzungen des Einzelhandelskonzeptes und der Maßgabe der Verträglichkeit, die Möglichkeit, individuelle und kreative Festsetzungsmodelle zu entwickeln. Die aus Betreibersicht starren Sortimentsobergrenzen können beispielsweise in eine dynamische Festsetzung für die jeweiligen Sortimente überführt werden. So werden saisonale Anpassungen für den Betreiber möglich, ohne dass der Anteil zentrenrelevanter Sortimente überschritten und die Entwicklungsfähigkeit der Zentren oder anderer Standorte eingeschränkt wird.

Die Einzelhandelssteuerung sowie das Einzelhandels- und Zentrenkonzept sind somit positiv ausgerichtet und ein wichtiges Element zum Erhalt und Stärkung des Einzelhandels in Saarbrücken.