Gutes Klima: Green Facility Management

Green Facility Management entscheidet als Gamechanger wesentlich über die Zukunftsfähigkeit der Centerbranche mit. Ausschlaggebend ist das intelligente Ineinandergreifen von ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Nachhaltigkeit.

„Grün, grün, grün sind alle meine Center …“

Die abgewandelte Form des altbekannten Kinderliedes spiegelt in der Nachhaltigkeitsdebatte sicher die Wunschvorstellung so mancher Centereigentümer wider. Dieses Ziel gilt nicht nur für die Einkaufsstätten, sondern auch für die Unternehmen der Centerbranche: Eine grüne Ausrichtung – ihres Sitzes, Handels oder Engagements – ist heute gar unabdingbar. Doch an welchen Stellschrauben lässt sich wirklich drehen, um diesem Ideal in der Realität möglichst nahezukommen? Denn im Gegensatz zur unbekümmerten Welt der Kinderlieder ist die Realität in der Centerbranche eine andere: Neben den grünen Ansprüchen geben die schwarzen Zahlen den Ton an.

Eine Lösung bietet Green Facility Management (Green FM), die ökologisch ausgerichtete Immobilienbewirtschaftung. Green FM ist allerdings nur dann wirklich nachhaltig, wenn es ökologische und ökonomische Aspekte in Einklang bringt. Hierzu zählen diverse Maßnahmen – vom aktiven Energiemanagement (effizienter Einsatz, reduzierter Verbrauch) über die Nutzung ökologischer Verbrauchsmaterialien, Geräte und Prozesse (beispielsweise in der Reinigung) bis hin zur Reduktion des Wasserverbrauchs und ökologisch ausgerichtetem Abfallmanagement.

So vielschichtig wie Green FM ist, so sehr kann es mitentscheiden über die Zukunftsfähigkeit der Fachmarktzentren- und Shoppingcenter-Branche. Dies geht aus dem „Nachhaltigkeitsradar 2019“ hervor. Unter dem Motto „Attraktive Arbeitsplätze: Welche Rolle spielt Green FM?“ hat die Studie mehr als 600 Immobilienexperten nach aktuellen Trends nachhaltiger Immobilienbewirtschaftung befragt (zur Methodik siehe Kasten „Über das Nachhaltigkeitsradar“). Eines der Kernergebnisse: Der Löwenanteil von 72 Prozent aller Studienteilnehmer aus der Fachmarktzentren- und Shoppingcenter-Branche spricht Green FM eine Bedeutung für die Attraktivität des Arbeitsplatzes zu. Mehr als ein Viertel der Teilnehmer (28 Prozent) schätzt seine Rolle sogar als „sehr wichtig“ ein.

Die Bewirtschaftung betrifft das unmittelbare Umfeld der Arbeitnehmer und gewinnt damit an Bedeutung. Mit einem grünen Betrieb können Arbeitgeber zeigen, dass sich ihr Blick auf soziale Aspekte der Nachhaltigkeit wie etwa das Wohlbefinden der Arbeitnehmer richtet. Es ist davon auszugehen: Was bei der Arbeit zum Wohlfühlen beiträgt, darf beim Einkaufsbummel sicher nicht fehlen. Damit bietet Green FM der Handelsbranche gleich eine doppelte Chance: Es hilft nicht nur dabei, Mitarbeiter zu binden, sondern auch, Kunden zu gewinnen und ihre Verweildauer zu erhöhen. Kurzum: Bei Nachhaltigkeit geht es nicht nur darum, durch Effizienz und Technik den klimaschädlichen CO2-Ausstoß zu reduzieren sowie Ressourcen zu sparen. Wer auf nachhaltige Facility Services setzt, sichert noch viel mehr: Arbeitsplätze und die Zukunftsfähigkeit seiner Handelsimmobilie.

Bleibt die Frage, welche Möglichkeiten der nachhaltigen Gebäudebewirtschaftung im Detail zur Attraktivität der Arbeitsplätze beitragen. Laut Nachhaltigkeitsradar sehen die befragten Immobilienexperten aus der Fachmarktzentren- und Shoppingcenter-Branche die Raumluftqualität hier als wichtigsten Einflussfaktor. Knapp 80 Prozent von ihnen wählten diesen Aspekt aus (siehe Kasten „Stellschrauben für gute Raumluftqualität“).

Auch hier zeigt sich: Das Nachhaltigkeitsprinzip hat neben Ökonomie und Ökologie immer auch soziale Aspekte im Blick – die Lebensbedingungen der Menschen in ihrem Alltag und die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit. Wenn es darum geht, dass Mitarbeiter ihren Job mögen, sich für einen bestimmten Arbeitsplatz entscheiden oder Kunden gerne in einem Shoppingcenter verweilen, dann trägt die gute Raumluft zu einer Wohlfühlatmosphäre bei, die den Ausschlag geben kann – für die Umwelt, für die Shoppinglocation und für einen guten Arbeitsplatz.

Eine weitere Möglichkeit, einen Arbeitsplatz durch Green FM attraktiv zu machen, punktet bei 56 Prozent der Befragten: die nachhaltige Betriebsgastronomie, zu der etwa das Angebot von Bioprodukten oder die Reduktion von Lebensmittelabfällen gehören. In Zusammenarbeit mit dem Foodcourt ließe sich diese sicherlich in Centern nicht nur für die Kunden, sondern auch für die Mitarbeiter umsetzen.

Glänzen kann ein Arbeitsplatz weiterhin, wenn die Nutzer konkrete Empfehlungen für ressourcenschonendes Handeln erhalten – vom richtigen Lüften bis zum effizienten Wasserverwenden. Gleichermaßen gut kommt es an, wenn sich die Nutzer eines Gebäudes direkt mit dem Betreiber in Verbindung setzen können, um Störungen und Defekte zu melden oder Fragen zu stellen.

Dies alles zählt ebenfalls zu Green FM. Denn das volle Potenzial nachhaltiger Gebäudebewirtschaftung kann nur ausgeschöpft werden, wenn das grüne Konzept auch von den Nutzern der Immobilie – ob im Büro oder Center – gelebt und kontrolliert wird.

Je stärker Mitarbeiter direkt von Maßnahmen profitieren und sie selbst in der Hand haben, umso höher ist der Stellenwert der Maßnahmen für die Attraktivität des Arbeitsplatzes. Die Vermutung liegt nahe, dass diese Erkenntnis auch für Centerkunden gilt. Nicht überraschend ist, dass es die Verwendung nachhaltiger Materialien wie Reinigungsmittel oder Papier nur auf den fünften Platz schafft. Das Bewusstsein für diese meist im Verborgenen schlummernden Maßnahmen ließe sich jedoch leicht stärken – etwa mit Hinweisen wie „Hier wird grün gereinigt“.

Alle diese Möglichkeiten zeigen, wie Green FM sowohl Arbeitsplätze als auch Center „grün, grün, grün“ und damit attraktiv und zukunftsfähig macht. Dies sollte Centereigentümern und -managern ein guter Ansporn sein, in ihren Immobilien im Wortsinn für ein gutes Klima zu sorgen. Ihre Arbeitnehmer, Kunden und Mieter werden es ihnen danken – und die Umwelt sowieso.

Stellschrauben für gute Raumluftqualität

Frische Luft tut gut. Doch noch nie war die Raumluftqualität so wichtig wie in Zeiten von Covid-19 – ob beim Arbeiten oder beim Shoppen. Der Nachhaltigkeitsradar 2019 stellte bereits vor der Pandemie fest: Das Klima kann für Arbeitgeber ein Wettbewerbsvorteil sein, besonders in der Branche der Shoppingcenter und Fachmarktzentren.

Im Bereich der nachhaltigen Gebäudebewirtschaftung gibt es erprobte und wirkungsvolle Maßnahmen für bessere Raumluftqualität. Das A und O hierbei ist die regelmäßige, fachkundige Wartung und Prüfung der Lüftungsanlagen, vor allem der eingebauten Sensoren, sowie eine tägliche Kontrolle der Gebäudeleittechnik. Denn diese sorgen zum Beispiel dafür, dass die Luftvolumenstromregelung an den tatsächlichen Bedarf angepasst wird. Die FM-Techniker überprüfen ebenfalls die erforderliche Luftwechselrate. Bei Bedarf können Antriebe und Ventilatoren mit höherer Effizienz zum Einsatz kommen. Die Betriebszeiten aller Anlagen werden gezielt auf den täglichen Bedarf ausgerichtet. Und nicht zuletzt sichern die FM-Techniker die optimale Raumluftqualität durch regelmäßige Kontrollrundgänge im Kanalsystem, bei denen sie Leckagen, also Undichtigkeiten, entdecken und zeitnah beheben können.