Flexibilisierung auch vertraglich vereinbaren

Flächenanforderungen werden sich tendenziell schneller ändern als früher, da die Nachfrage der Verbraucher nach neuen Sortimenten schneller steigt. Darauf muss ein Vermietungsmanagement schon heute vorbereitet sein. Um auch in Zukunft als Vermieter reagieren zu können, sollten Mietverträge daher Umverlagerungsklauseln beinhalten, v. a., wenn der Mieter neben einem großflächigen Konzept liegt. So wird die Vermietung flexibilisiert und auch die Erweiterung eines Standortes vereinfacht. Die permanente Optimierung aller Stellschrauben ist eine tägliche Herausforderung und maßgeblich für den Werterhalt bzw. die Wertsteigerung eines Objektes. 

Mieter

Neben den aus Verbrauchersicht wichtigen Themen sind die Wünsche der Kundengruppe „Mieter“ ebenfalls zu berücksichtigen. Dabei geht es u. a. darum, bei der Architektur zu beachten, dass Flächenzuschnitte flexibler werden. Es ist essenziell, die Immobilien typgerecht zu entwickeln und bereits bei den baulichen Strukturen sowie der generellen Flächenkonzeption die Nachhaltigkeit der Nachvermietung im Blick zu haben. Dadurch können Folgekosten bei späteren Adaptionen deutlich reduziert werden. Das bedeutet konkret, Flächenzuschnitte und Wände müssen so angelegt werden, dass sie im Laufe der Zeit mit minimalem Aufwand eine flexible Nutzung der Flächen und Neuzuschnitte ermöglichen. Dies ist ein wesentlicher Aspekt für die Zukunftssicherung in einer sich immer dynamischer verändernden und partikularisierenden Handelslandschaft.

Zur Unterstützung bzw. Haltung dieser Standards und um der gestiegenen Komplexität Rechnung zu tragen, ist auch die Anwendung von Mietvertragsstandards nicht nur sinnvoll, sondern unerlässliche Notwendigkeit. Hierbei sollten wesentliche Themen – wie z. B. Nutzung und Einhaltung von gemeinsamen Öffnungszeiten, Beteiligung an Werbegemeinschaften und den damit verbundenen Aktionen bzw. Events sowie Meldung von Umsätzen in einheitlichen Vertragsstrukturen – verankert werden. Genauso wichtig ist die klare Definition von Mietzwecken und Umbauverpflichtungen. Dies sorgt für einfache Handhabung, Verlässlichkeit und Vergleichbarkeit. Auch die Kundenwahrnehmung des Standortes wird dadurch positiv beeinflusst. Wenn die Mieter nach einem Umbau mit ihrem neuesten Ladenkonzept vertreten sind, werden die Verbraucher das honorieren. 

Um den unterschiedlichen Mieteranforderungen soweit wie möglich zu entsprechen, ist es wichtig, die Mieter rechtzeitig über die Planungen einer Revitalisierung zu informieren. Dabei geht es um individuelle Abstimmungen hinsichtlich Flächengröße, Flächenschnitt, Lage und baulicher sowie technischer Ausstattung. Mieterbedürfnisse wie eine breite Shopfront, möglichst wenige bis keine Stützen, ausreichender Luftaustausch und gute Anlieferungsmöglichkeiten gewinnen in Zeiten immer härteren Wettbewerbs und engerer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zunehmend an Bedeutung. Aufgabe des Betreibers ist es letztlich, optimale Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Betrieb zu schaffen. Dies ist der Ansatzpunkt für professionelles, integriertes Centermanagement von Fachmarktzentren.