Auswirkungen auf Fachmarktzentren

Die umfangreiche quantitative und qualitative Auswertung zu rund 260 Fachmarktzentren in Deutschland hat gezeigt, dass rund ein Drittel der Flächen in deutschen Fachmarktzentren von Lebensmittelmärkten belegt wird. Den höchsten Anteil an der gesamten Verkaufsfläche haben Kaufland, Real, Rewe Center, Globus und Edeka, was den Versorgungsfokus der Fachmarktzentren deutlich unterstreicht.

Onlineanteil wächst auch bei Lebensmitteln

Während 2014 mit 48,5 % der Löwenanteil der Einzelhandelskaufkraft in Deutschland in den Lebensmitteleinzelhandel floss, liegt der Onlineanteil im periodischen Bedarf aktuell nur bei niedrigen 1,2 %. Bisher kaufen die deutschen Konsumenten ihre Lebensmittel überwiegend (noch) nicht online ein. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sich dies ändern wird. Deshalb ist ein nachhaltiger Durchbruch für den Onlinehandel mit ausgewählten Sortimenten des Lebensmittelhandels für die nächsten zehn Jahre prognostizierbar. Der Anteil des Segments „Periodischer Bedarf“ am gesamten Onlineumsatz des Handels wird sich von heute 8 % bis 2025 auf 16 % verdoppeln. Im reinen Lebensmittelhandel zeichnet sich sogar eine Vervielfachung des Geschäfts ab. Bis 2020 ist im Lebensmittelhandel noch eine weitere Flächenexpansion erwartbar. Zwar sinkt die Anzahl der Standorte durch voranschreitende Konsolidierung, sodass das Flächenwachstum hauptsächlich durch Erweiterung von bestehenden Märkten und die Verlagerung von Bestandsmärkten an größere Standorte stattfinden wird.

Lebensmittelanbieter bleiben Fachmarktzentren treu

Eigentümer, Betreiber und Händler in Fachmarktzentren mit einem Lebensmittelanbieter müssen aber auch in Zukunft keine Angst vor dem Wegbrechen der SB-Warenhausflächen haben, die einer der wichtigsten Ankermieter in deutschen Fachmarktzentren sind. Denn selbst bei der vorausgesagten Vervielfachung des Anteils online verkaufter Lebensmittel wird auch in zehn Jahren noch der Großteil des Lebensmittelabsatzes über Geschäfte vor Ort laufen. Außerdem entsteht ein zusätzlicher Bedarf handelsbezogener Flächen, der vom auflebenden Onlinehandel mit Lebensmitteln hervorgerufen wird. Es ist nicht realistisch, dass online bestellte Lebensmittel wie andere Waren von einem Zentrallager aus zu den Kunden gebracht werden. Aufgrund der besonderen Anforderung, dass die Lebensmittel frisch am selben Tag der Bestellung ohne Unterbrechen der Kühlkette beim Konsumenten ankommen sollen, dürfte die Auslieferung vielmehr von einzelnen Händlern aus Filialen durchgeführt werden. Somit könnten mögliche Verkaufsflächenreduzierungen von SB-Warenhäusern durch den zusätzlichen Bedarf an Lagerflächen für online bestellte Waren kompensiert werden.