Survival of the fittest

Das lässt sich aufgrund der Analyse umfangreicher historischer und aktueller Daten ergänzt durch profundes, praxiserprobtes Marktwissen mit Fug und Recht feststellen. Natürlich verschieben sich die Gewichte. Der Onlinehandel ist eine disruptive Innovation für den Einzelhandel, die manche der heutigen Einzelhändler entweder in die Insolvenz oder auf die nächste Entwicklungsstufe treiben wird.

Einen ersichtlichen Grund, den stationären Handel abzuschreiben, gibt es jedoch nicht. Im Gegenteil: eCommerce wird den stationären Handel nicht verdrängen, sondern als neuer und evolutionärer Wettbewerbsimpuls zu insgesamt „fitteren“ – d. h. in Hinblick auf Effizienz des Geschäftsmodells und Attraktivität für die Konsumenten verbesserten – Handelsangeboten führen. Zur Klarstellung: „Survival of the fittest“ bedeutet, dass diejenigen überleben, die sich an neue Bedingungen am besten anpassen können. Anders formuliert: Handel ist Wandel.

Die soziale Interaktion, der direkte Kontakt sowie das Miteinander-„handeln“-wollen bleiben den Verbrauchern auch künftig erhalten. Denn Handeln ist viel mehr als eine anonyme Kauftransaktion. Menschen wollen Waren kaufen bzw. verkaufen und dabei mit anderen Menschen interagieren. Manche wollen cleverer wirken durch geschicktes Handeln, manche sich mit „Federn“, sprich besonderen Lifestyle-Produkten, schmücken, dabei sehen und gesehen werden, spontan entdecken und mitnehmen etc. Außerdem wollen sie die räumliche Nähe und Besonderheit von Handelsangeboten nutzen.

Die Frage für den Handel ist dabei nicht, „ob“, sondern „wo“ diese Begegnungsorte künftig sein werden und wie sie zu gestalten sind, damit sie attraktiv für die Konsumenten und zugleich profitabel für die Anbieter sind.