Zukunftszenarien Einzelhandelsentwicklung

Da für jede Prognose gilt, dass ihr Eintreten nicht sicher ist, wurden drei mögliche Zukunftsszenarien entwickelt. Für sie gelten die vorher getroffenen Annahmen der konstanten Raumleistungen, der leicht steigenden Einzelhandelskaufkraft und der zunächst bis 2020 stabilen und danach leicht sinkenden Bevölkerungsprognose. Den drei Szenarien liegt jeweils eine unterschiedliche Entwicklung der Einzelhandelskaufkraft zugrunde.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit des Basisszenarios liegt bei 70 %, die des Negativszenarios bei 20 % und die des Positivszenarios bei 10 %.

Das Basisszenario geht für den Zeitraum von 2015 bis 2020 davon aus, dass die Einzelhandelskaufkraft entsprechend des Durchschnitts der letzten zehn Jahre um 0,9 % p. a. wächst. In den dann folgenden Jahren bis 2025 wird die Einzelhandelskaufkraft aufgrund von Bevölkerungsverlusten nur einen verlangsamten Zuwachs von 0,5 % p. a. verzeichnen können.

Das Negativszenario unterstellt ein gebremstes Wachstum der Einzelhandelskaufkraft von 0,6 % p. a. bis 2020, welches sich bis 2025 noch weiter verlangsamen wird. Daher wird aufgrund von Bevölkerungsverlusten in diesem Szenario nur mit einem Wachstum von 0,2 % p. a. Ab 2020 gerechnet.

Eine beschleunigte Konjunktur wird im Positivszenario von 2015 bis 2020 zu einem Einzelhandelskaufkraftwachstum von 1,1 % p. a. führen. Aufgrund der dann erwartbaren Bevölkerungsverluste schwächt sich dieses Wachstum bis 2025 ab. Der verringerte Zuwachs liegt im Positivszenario aber immer noch bei 0,7 % p. a. bis 2025.

Ergebnisse

Basierend auf den Annahmen ergeben sich für die drei Szenarien unterschiedliche Entwicklungstendenzen für den Umsatz des stationären Einzelhandels. Insgesamt betrachtet bedeutet dies vor allem, dass der Ladenumsatz zukünftig nicht einbricht, sondern eine auf den Gesamtmarkt bezogene stabile Entwicklung vollzieht. Darüber hinaus ist zukünftig nicht mit einer großflächigen Schließungswelle im stationären Handel zu rechnen. Sowohl der Rückgang als auch die Zunahme der Verkaufsflächen wird regional jedoch unterschiedlich ausfallen.