Wettbewerbsverzerrungseffekte zugunsten des Onlinehandels

Logistikzentrum

Gerade bei der Neuansiedlung von Logistikzentren der Online-Pure-Player zeigt sich das groteske Ungleichgewicht gegenüber dem stationären Einzelhandel: Mit Subventionen versuchen die Städte, diese Logistikzentren innerhalb der eigenen Stadtgrenzen zu realisieren. In der Regel sind das Standorte, die einen enormen Flächenverbrauch mit sich bringen und somit mit erheblichen Eingriffen in den Naturhaushalt einhergehen. Auch der Arbeitsplatzeffekt ist meist überschaubar, weil das Ausmaß der Automatisierung der Prozesse stetig zunimmt. Vor allem aber wird damit quasi durch die Hintertür der städtische Handel geschädigt, der durch das restriktiv angewendete Baurecht geschützt werden soll.

Onlinehändler brauchen sich nicht an Ladenöffnungszeiten zu halten. Insofern verwundert es nicht, wenn gerade der Sonntag regelmäßig der umsatzstärkste Tag des Distanzhandels ist. Die bisherigen Regelungen in den Ladenöffnungszeitengesetzen der Länder sehen hier enge Grenzen für den stationären Einzelhandel vor. Gerade in den Metropolen und in Bezug auf Fachmarktorientierte Shopping Center wäre eine Öffnung mit Augenmaß wünschenswert.

Aus der Perspektive der Eigentümer und Betreiber von Fachmarktzentren in Deutschland findet also in der Behandlung des Onlinehandels im Vergleich zur Behandlung des stationären Einzelhandels eine erhebliche Wettbewerbsverzerrung statt. Deren Folgen für die gesamte Versorgungsstruktur einer Stadt werden aber offensichtlich von den Genehmigungsbehörden nicht wahrgenommen.