Forderungen der Immobilienwirtschaft

Im Kern muss es aus Sicht der Immobilienwirtschaft darum gehen, angesichts der gravierenden Veränderungsprozesse mehr Flexibilität und Freiheitsgrade für den Einzelhandel bei der Umstrukturierung und Nachnutzung zu ermöglichen. Gerade die Balance zwischen Innenbereich und nicht-integrierten Lagen sichert eine nachhaltige Versorgungsstruktur.

Voraussetzung dafür ist eine stärkere Sensibilisierung der Politik und der kommunalen Akteure für die Erfordernisse im Handel. Hier steht die Immobilienwirtschaft vor der Aufgabe, einerseits einen Know-how-Transfer zu gewährleisten und über aktuelle Entwicklungstendenzen im Handel zu informieren, als auch andererseits adäquate Lösungen zu offerieren. Denn Fachmarktzentren ergänzen innerstädtische Lagen. Erst aus dem Zusammenspiel entsteht ein leistungsfähiger städtischer Einzelhandelsstandort mit hoher Zentralität.

Damit der stationäre Einzelhandel eine ernsthafte Chance im Wettbewerb gegen den Onlinehandel hat, sollten die Ladenöffnungszeitengesetze der Länder an die Marktrealität angepasst werden. Insbesondere der Umfang an verkaufsoffenen Sonntagen pro Jahr sollte mit Augenmaß ausgeweitet werden.

Sortimentsbeschränkungen in Bebauungsplänen laufen dann ins Leere, wenn sie zur Unmöglichkeit von Investitionen führen. Daher sollten künftig bei Sortimentsbeschränkungen Überlegungen zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit (und damit der Machbarkeit) von Vorhaben und Nachnutzungen im Planungs- und Genehmigungsprozess stärker berücksichtigt werden. Grundsätzlich sollte mehr Wert auf Einzelfallprüfungen gelegt werden.

Gerade für die Nachnutzung von Mietflächen sollte noch stärker von der Möglichkeit der Befreiung von den textlichen Festsetzungen des Bebauungsplans Gebrauch gemacht werden. Hierzu sind Einzelfallprüfungen notwendig, um die Fragen der Grundsätze der Planung und der städtebaulichen Vertretbarkeit verlässlich zu beantworten.